Die Starch Solution, die Bibel der High Carb Low Fat Veganen-Ernährung von John McDougall und seiner Frau Mary McDougall

„Eat the foods you love, regain your health and lose the weight for good!“

Die Geschichte zur Starch Solution:

John McDougall ist Arzt, um genau zu sein Internist. Dass er Arzt wurde, verdankt McDougall aber einem schlimmen Erlebnis in seiner Jugend: 1965 erlitt er mit gerade mal 18 Jahren einen schweren Hirnschlag, der seine linke Körperhälfte für zwei ganze Wochen lähmte. Er erholte sich nie vollständig davon. Heute macht er seine damalige Ernährung dafür verantwortlich, die vorwiegend auf tierischen Produkten basierte.
Während des zweiwöchigen Krankenhausaufenthalts erregte der junge McDougall zunehmend Ratlosigkeit unter den Ärzten. Sein Fall war selbst für die Ärzte eine Rarität und keiner konnte ihm sagen, was den Hirnschlag verursacht hat. Als dem jungen Patienten klar wurde, dass er nie eine Antwort erhalten würde, entließ er sich selbst aus dem Krankenhaus, marschierte schnurstracks zurück ins College und entschloss sich felsenfest dazu Medizin zu studieren. Sein Studium begann 1968 und während dieser Zeit lernte er auch seine heutige Ehefrau Mary kennen. 

Gegen Ende seiner medizinischen Ausbildung zogen John und Mary nach Hawaii, wo John einen dreijährigen Austausch am Queen’s Medical Center in Honolulu absolvierte. In dieser Zeit kamen die Patienten mit den unterschiedlichsten Leiden zu ihm, von gebrochenen Knochen bis hin zu Infektionen. Was ihn aber am meisten frustrierte, waren die chronischen Krankheiten. Die Schuld für dieses Versagen, gab er sich selbst. Jahre später, mittlerweile fertiger Arzt, suchte McDougall immer noch nach der Lösung für chronische Krankheiten. Irgendwann dachte er an seine Zeit auf den Zuckerplantagen auf Honolulu zurück und ihm fiel auf: Alle Welt, auch die Ärzte, gehen davon aus, dass wir mit zunehmenden Alter immer kränker und schwächer werden. McDougalls Patienten auf Honolulu stellten diese Theorie allerdings auf die Probe. Während die älteste Generation vor Vitalität und Gesundheit strotze, wurden die jüngeren Generationen von Jahr zu Jahr kränker. Vor allem die Kinder machten ihm Sorgen. Aber woran konnte das liegen?! 
McDougall berücksichtige bei seinen Überlegungen alle erdenklichen Aspekte, wie die Lebensweise, die Umwelteinflüsse und die Gewohnheiten. Alsdann fand er den entscheidenden Unterschied: Während die älteste Generation bei der traditionellen Ernährungsweise blieb, ernährte sich die jüngste Generation fast ausschließlich typisch westlich-amerikanisch ernährte. McDougalls ältere Patienten, waren Einwanderer, die vorwiegend aus China, Japan, Korea und den Philippinen nach Hawaii ausgewandert waren, also aus Ländern, in denen Reis und Gemüse die Ernährungsweise dominierten. Diese Ernährungsweise brachten die asiatischen Einwanderer mit in ihr neues Zuhuase. Die zweite Generation aß immer noch traditionell asiatisch, fing aber an an die typisch-amerikanische Ernährungsweise zu adaptieren. Die dritte und jüngste Generation, also die Kinder und Enkel der ersten Einwanderer, ernährt sich mittlerweile komplett typisch-amerikanisch, also basierend auf Fleisch, Milchprodukten und stark verarbeiteten Lebensmitteln. 

Nach dieser Entdeckung beobachtete McDougall die traditionellen Ernährungsweisen auf der ganzen Welt. Was er auf der Plantage entdeckte, wurde ihm immer wieder bestätigt. Er befasste sich weiter mit der stärkebasierten Ernährungsweise und fand heraus, dass man damit sogar Krankheiten einschränken konnte. Und es waren nicht nur kleine Artikel in unbedeutenden Heftchen, die er fand, sondern Studien über Studien, die von Gewichtsabnahme berichteten, vom Rückgang von Brustschmerzen, Heilung von Kopfschmerzen und Arthritis, nur weil Menschen ihre Ernährungsweise änderten.  Nierenerkrankungen, Herzversagen, Typ-2-Diabetes, Darmprobleme, Asthma, Übergewicht und andere Krankheiten verbesserten sich ebenfalls durch eine gesunde Ernährung. McDougall erkannte, dass seine Patienten durch eine simple Ernährungsumstellung geheilt werden konnten: eine Ernährung basierend auf Stärke, Gemüse und Obst. Keine Pillen oder Operationen mehr. 

McDougall konnte es kaum erwarten, diese Entdeckung mit der Welt zu teilen. Im St. Helena Hospital in Kalifornien konnte McDougall sein Ernähungskonzept umsetzen. Und er erzielte damit große Erfolge. Bis das Krankenhaus vermutlich aus finanziellen Gründen vor die Tür setze, denn mit einer Ernährungsumstellung lässt sich nicht so viel Umsatz machen wie mit Bypässen und anderen Operationen. Aber McDougall sah diesen Rauswurf nicht wie wie eine Karrierebremse, sondern wie einen Anstoß und den besten Gewinn für sich und seine Patienten. 

Das Buch:

Im Großen und Ganzen erklärt McDougall das Prinzip der Starch Solution: 70% Stärke, 10% Obst, 20% Gemüse, 0% Fleisch und Milchprodukte, und dass sich diese Form der Ernährung in allen traditionellen Ernährungsweisen bewährt hat. 

Mais wurde schon vor 7.000 Jahren in Nord-, Süd- und Mittelamerika konsumiert.
Kartoffeln seit mehr als 13.000 Jahren in Südamerika, insbesondere den Anden.
Süßkartoffeln wurden schon vor 5.000 Jahren in Südamerika und der Karibik angebaut.
Hülsenfrüchte in Amerika, Asien und Europa, schon seit 6.000 Jahren.
Hirse und Sorghum sind seit 6.000 Jahren wichtigstes Grundnahrungsmittel in Afrika. 
Gerste  und Hafer waren im Mittleren Osten mehr als 11.000 Jahren lang die wichtigste Energiequelle. Weizen hingegen im Nahen Osten, seit 10.000 Jahren.
Und Reis ist seit 10.000 Jahren und bis heute Hauptnahrungsmittel für viele Asiaten, so wie Roggen seit 5.000 Jahren.

Das ist es, was McDougal als „echte Paleo-Diät“ bezeichnet. Weiterhin zählt er detailliert und mit vielen praktischen Beispielen die Vorzüge einer pflanzenbasierten Ernährung auf und die Nachteile und Gefahren einer auf tierischen Lebensmittel basierenden Diät. 

Look at a globe – any region with a large population of trim, healthy people reveals the same truth: Healthy populations get most of their calories from starch. Eat a traditional meal in Japan, China, or most any Asian country and you will find your bowl filled with rice, possibly alongside sweet potatoes and buckwheat.“ – Seite 8

Die Kapitel:

  1. Stärke: Die traditionelle Ernährung der Menscheit
  2. Die menschliche Leidenschaft für Stärke ist gesund und wunderbar
  3. Fünf meisten Gifte in tierischen Lebensmitteln
  4. Spontane Heilung durch eine stärkebasierte Diät
  5. Die USDA und die Politik der Stärke
  6. Wir essen den Planeten zu Tode
  7. Wenn Freunde fragen: Wo bekommst du deine Proteine her?
  8. Wenn Freunde fragen: Wo bekommst du dein Calcium her?
  9. Geständnisse eines Fisch-Mörders
  10. Der fette Vegane
  11. Nur um auf der sicheren Seite zu sein: Bleib weg von Nahrungsergänzungsmittel
  12. Salz und Zucker: Die schwarzen Schafe der westlichen Ernährungsweise
  13. Die Starch Solution praktizieren
  14. Der 7-Tage-Plan für einen sicheren Start
  15. Unsere liebsten Rezepte 

Schon an den Kapitel erkennt man, wie umfangreich das Buch ist, was es mir unmöglich macht eine „knappe Zusammenfassung“ wiederzugeben. 

Das Prinzip

Die Starch Solution ist keine Diät im deutschen Sinn. „Diet“ bedeutet im Englischen genauso „Ernährung“  oder „Ernährungsweise“, während wir unter einer Diät eine quälende Kalorienrestriktion mit krassen Einschränkungen für eine (un-) absehbare Zeit verstehen. 
Die Starch Solution ist nicht einfach nur eine Diät, sie ist ein eigener Lebensstil. Gesund und ausgewogen, fernab von Einschränkungen und Selbstmanipulation. 

One of the most exciting things about the Starch Solution is that it is not a diet in the traditional sense of restricting how much you can eat. So long as you choose the right foods, you can always eat until you feel comfortably full and satisfied.“ – Seite 188 

Kalorienzählen gehört also nicht zum Prinzip. Genauso wenig wie Fleisch, Geflügel, Fisch & Meeresfrüchte, Milchprodukte, Eier, tierische Fette jeglicher Art, pflanzliche Öle und verarbeitete und verpackte Lebensmittel – abgesehen von jenen, die ins weitere Ernährungskonzept passen. (Nachzulesen auf Seite 189.)

Man darf sich satt essen an…

Stärke: Vollkorn-Getreide, Hülsenfrüchte oder stärkehaltiges Gemüse. Die gängigsten Getreidesorten sind Gerste, Vollkorn-Reis, Bulgur, Weizen, Mais, Hafer und so weiter.
Zu den Hülsenfrüchten in erster Linie Bohnen, Erbsen und Linsen. 

Grünem, gelben und orangenem (stärkearmen) Gemüse: Diese Gemüsesorten machen zwar nicht satt, bringen aber dafür Geschmack, Aroma und Farbspaß mit auf den Teller. Dabei sollen die Farben natürlich nicht auf grün, gelb und orange beschränkt werden. Erlaubt sind alle Farben des Regenbogens, die man im Garten und sonst überall findet.  

…und Obst: Obst kann eine Mahlzeit schmackhaft ergänzen oder ein erfüllender Snack für zwischendurch sein. 

Unter bestimmten Voraussetzungen, z.B. wenn man besonders schnell abnehmen möchte oder an einer chronischen Krankheit leidet, sollte man folgende Lebensmittel nur sparsam einstzen:

  • Avocados
  • Trockenobst
  • Mehl (egal ob Vollkorn oder weißes Mehl)
  • Obst und Fruchtsäfte
  • Nüsse
  • Erdnüsse und Erdnussbutter
  • Samen
  • und Einfachzucker (z.B. Tafelzucker, Ahornsirup, Melasse oder Agavendicksaft 

Wieso, weshalb und warum das alles, erklärt McDougall natürlich ausführlich in dem Buch.
Wer keine ausreichenden Englischkenntnisse verfügt oder sich nicht an ein englisches Buch traut, kann beruhigt sein:

                                               

 
Ab dem 8. Mai 2015 wird es die Starch Solution unter dem Titel „Die High-Carb-Diät: Abnehmen mit den richtigen Kohlenhydraten“ auch auf Deutsch geben! Ich finde den Titel leider nicht sehr passend. „Diät“ impliziert nur wieder eine kurzzeitige Ernährungsumstellung für den gewünschten Erfolg, während man nur mit einer langzeitigen Umstellung seine Ziele erreichen kann. Natürlich habe ich die Ausgabe trotzdem schon vor Monaten vorbestellt 😉 

5 Comments on John McDougall: The Starch Solution

  1. Hallo 🙂 Warum ist denn kein Mehl erlaubt, bzw. soll eingeschränkt verwendet werden? Bedeutet dies auch keine Nudeln, den die werden ja auch aus Mehl hergestellt, genauso wie z. B. Buchweizenpfannkuchen.
    Liebe Grüße

    • Hallo Sannibee!
      Mehle zählen bei der Starch Solution schon zu verarbeiteten Lebensmitteln,
      also dass schon viele Nährstoffe durch den Verarbeitungsprozess verloren gingen. Kurzum: je weiter ein Produkt vom Urzustand entfernt ist, desto weniger Nährstoffe sind drin. Aber auch in der Starch Solution gibt’s Rezepte für Pfannkuchen & Co und auch Nudeln sind okay, aber dann lieber die Vollkorn-Variante als die weiße Variante, da durch das Vollkorngetreide der Insulinspiegel nicht so stark beeinflusst wird wie bei weißen Mehlen.
      Ich hoffe ich konnte deine Fragen beantworten 🙂
      Liebe Grüße!

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